Wim Wenders wird bei der Verleihung des deutschen Filmpreises am 29. Mai 2026 in Berlin mit dem
Ehrenpreis für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet.
Dies nehmen wir zum Anlass, einige seiner bekanntesten Spielfilme wieder auf der großen Kinoleinwand
erlebbar zu machen. In aufwändig restaurierten Fassungen.
Als einer der Vorreiter des Neuen Deutschen Films der 1970er Jahre erlangte Wim Wenders wie kaum ein zweiter deutscher Regisseur große internationale Bekanntheit. Er zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Gegenwartskinos. Atmosphärische Momentaufnahmen, bildgewaltige Landschaftspanoramen und poetische Reflexionen verdichtet Wenders in seinen Filmen zu anspruchsvollen Arbeiten über einsame Menschen auf der Sinnsuche und ihre subjektiven Realitätserfahrungen. Road Movies, Dokumentationen, Filmessays und Literaturadaptionen zählen zum vielseitigen, genreübergreifenden Werk des Autorenfilmers, der außerdem als Produzent, Fotograf und Autor tätig ist.
1967 begann Wenders ein Studium an der neu gegründeten Hochschule für Film und Fernsehen in München. Außerdem war er als freier Autor für die Zeitschrift „Filmkritik“, die Süddeutsche Zeitung sowie das Magazin „Twen“ tätig. Mit 26 Jahren gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Filmverlags der Autoren und machte 1971 mit seinem Erstling nach dem Studium, einer Verfilmung von Die Angst des Tormanns beim Elfmeter von Peter Handke, zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Wenige Jahre später feierte Wenders seinen künstlerischen Durchbruch mit Alice in den Städten (1974), der prompt mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet wurde.
Seine Literaturverfilmung Der amerikanische Freund (1977) nach einem Roman von Patricia Highsmith bedeutete für den jungen deutschen Regisseur schließlich den internationalen Durchbruch. Seine erfolgreichsten Arbeiten realisierte er kurze Zeit später mit Paris, Texas (1984) und Der Himmel über Berlin (1987). Beide wurden jeweils mit einer Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet und genießen nach wie vor absoluten Kultstatus.
2014 wurde Wenders auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin der Goldene Ehrenbär für sein Lebenswerk überreicht.
Alice in den Städten
In diesem frühen Film von Wim Wenders zeigt sich bereits eine ganze Palette von Stilmitteln, die später zu seinen Markenzeichen werden sollten. Mit Yella Rottländer, Rüdiger Vogler und Lisa Kreuzer.
Das poetische Road Movie erzählt in ruhigen, süchtig machenden Bildern von der beginnenden Freundschaft zweier Einzelgänger auf einer gemeinsamen Reise durch deutsches Niemandsland in den 1970ern.
Der vielschichtige Krimi nach dem Roman von Patricia Highsmith ebnete Wim Wenders den Weg zu seiner Weltkarriere. Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper und Lisa Kreuzer.
In seinem legendären Roadmovie von 1984 resümiert Wim Wenders seine Erfahrungen mit dem amerikanischen Kino und dem amerikanischen Traum. Mit Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski und dem Score von Ry Cooder.
Wim Wenders' fantasievolle Hommage an die geteilte Stadt Berlin gilt als Klassiker des deutschen Autorenkinos und wurde in Cannes mit der Goldenen Palme für die Beste Regie prämiert. Mit Bruno Ganz, Otto Sander, Curt Bois und Peter Falk.
Während die Erde von einem außer Kontrolle geratenen Atomsatelliten bedroht wird, verliebt sich eine junge Französin in einen mysteriösen Fremden. Ein gigantisches Filmprojekt, das seine Intention und Wirkung erst in der vom Regisseur gewollten Langfassung voll entfaltet. Mit Solveig Dommartin, William Hurt, Rüdiger Vogler, Max von Sydow und Jeanne Moreau.
Do 9. Juli - 18.30 Uhr im Luna Lichtspieltheater (OmU)
Im wiedervereinten Berlin wird der Engel Cassiel zum Erdenbürger, als er ein kleines Mädchen rettet. Er durchstreift die Höhen und Tiefen des Lebens. Die Fortsetzung von „Der Himmel über Berlin“ mit Otto Sander, Bruno Ganz, Horst Buchholz, Nastassja Kinski und Willem Dafoe.
In einem heruntergekommenen Luxushotel in Los Angeles ist ein Mikrokosmos gescheiterter Existenzen versammelt. Ein romantischer Thriller mit Jeremy Davies, Mel Gibson, Milla Jovovich und Peter Stormare.
Ein abgehalfterter Cowboy-Filmstars erkennt, dass sein Leben bislang eher ohne ihn stattgefunden hat. Eine bildgewaltige Expedition in den gar nicht so wilden Westen. Mit Sam Shepard, Jessica Lange und Tim Roth.