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Donnerstag, 19. April 2018

Transit

Foto aus Transit

Die Geschichte einer Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist. Christian Petzold verfilmte den Roman der jüdischen Schriftstellerin Anna Seghers und lässt Vergangenheit und Gegenwart wie schwebend ineinander übergehen.

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, ein deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt.

Die Romanstory, die Ähnlichkeiten zum Filmklassiker „Casablanca“ aufweist, wird von den 1940er Jahren ins Heute verlegt, wobei Elemente beider Zeitebenen verschmelzen. Die Polizisten fahren moderne Autos, die Flüchtlinge werden von modernen Videokameras erfasst. Dem Titel entsprechend entsteht so ein eigenartiger Zwischenzustand, ein gespenstischer Transitraum, dessen Zeitlosigkeit die Kostüme der Figuren beglaubigen. (filmecho)

Die Zeiten überlagern sich in „Transit“, manchmal kreuzen sie sich, niemals stimmen sie ganz überein. So vermeidet Petzold simple Analogien zwischen den Geflüchteten von heute und damals. Was er macht, ist viel raffinierter, geheimnisvoller, schlagkräftiger: Die Verbindungen zwischen den beiden Epochen funktionieren wie Echos, als ob die Vergangenheit in der Gegenwart nachhallen würde und umgekehrt. (Libération)

Christian Petzolds Film „Transit“ ist ein Ereignis und der künstlerische Kommentar zur Zeit. (taz)

Ein atemberaubend tanzender Film und Franz Rogowski ist sein einzigartiger Tänzer. In jeder Regung, jedem Ton, jedem Blick. (ARD ttt)

Ein Film, der es schafft, sich mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte zu beschäftigen, ohne auch nur im Ansatz didaktisch oder ideologisch zu werden. (programmkino.de)

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BRD 2018, 101 Min., Scope
Regie:
Christian Petzold (Barbara, Phoenix, Die innere Sicherheit)
Drehbuch:
Christian Petzold nach dem Roman von Anna Seghers
Kamera:
Hans Fromm
Darsteller:
Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt u.a.
FSK:
Ab 12 Jahre
 
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