KinoKult.de - Caligari-Kino, Luna Lichtspieltheater, Scala-Kino, Orfeo-Kino

Programmkinos in Ludwigsburg und Fellbach

Freitag, 28. April 2017

Dvorák „Aus der neuen Welt“ & John Adams „City Noir“Live aus der Berliner Philharmonie

Music on Screen

Foto aus Dvorák „Aus der neuen Welt“ & John Adams „City Noir“

John Adams City Noir (ca. 35 min)
Antonín Dvorák Symphonie Nr. 9 e-Moll »Aus der Neuen Welt« (ca. 40 min)
Gesamtdauer: ca. 140 min (inkl. 30 min Vorprogramm, 25 min Pause mit Pausenprogramm)

Zum Abschluss der philharmonischen Kinosaison erwartet Sie ein gleichermaßen aufregendes wie facettenreiches Programm »Aus der Neuen Welt« mit dem Star-Dirigenten Gustavo Dudamel am Pult.

Darauf, dass John Adams’ dreisätziges Orchesterwerk City Noir vom Film noir inspiriert ist, verweist bereits der Titel: Die Idee zu dem Stück kam dem Komponisten, »während der Lektüre von Kevin Starrs mehrbändiger Sozial- und Kulturgeschichte von Kalifornien. Im Kapitel ›Black Dahlia‹ seines Buchs Embattled Dreams: California in War and Peace, 1940 – 1950 beschreibt Starr die Stimmung und das Milieu der späten 1940er- und frühen 1950er- Jahren, wie sie im Sensationsjournalismus jener Zeit und in den düsteren, unheimlichen Schwarz-Weiß-Filmen Hollywoods Ausdruck fanden. Dies inspirierte mich zu einem Orchesterwerk, das, obwohl nicht zwangsläufig auf den Soundtrack jener Filme Bezug nehmend, eine ähnliche Stimmung und den Grundton der Ära heraufbeschwört.« Dabei lässt City Noir, das nicht mehr viel mit Adams’ minimalistischen Arbeiten aus den 1980er- und 1990er-Jahren gemein hat, zu Beginn eine Vielzahl von musikalischen Assoziationen entstehen, die von Strawinsky über Gershwin, Bernstein und Milhaud bis zu John Coltrane reichen, bevor nervöse Jazz-Rhythmen und sich wiederholende Patterns den Hörer tatsächlich ins Amerika jener Zeit versetzen – spätestens im zentralen Mittelsatz mit seiner typisch amerikanischen Stilmischung aus Klassik und Jazz, in dem sich die Musik, so Adams, »nach der archetypischen ›Blue Note‹ sehnt und zugleich davor zurückschreckt. Wenig später findet das Lied seine Entfaltung im Klang einer Soloposaune, ein ›sprechendes Solo‹ schließt sich an, in der Art der großen Duke-Ellington-Soloposaunisten Lawrence Brown oder Britt Woodman, die übrigens beide aus Los Angeles stammten.«

Gustavo Dudamel, der Adams’ Hommage an die große Zeit des Bebop im Rahmen seines Antrittskonzerts als Musikdirektor des Los Angeles Philharmonic Orchestra mit großem Erfolg uraufgeführt hat, widmet sich dem Werk nun mit den Berliner Philharmonikern, bei denen er 2008 laut Tagesspiegel das »fetzigste« Debüt aller Zeiten ablegte. Anschließend steht Antonín Dvoráks Symphonie Aus der neuen Welt auf dem Programm – ein Werk, in dem der Komponist als Direktor des New Yorker National Conservatory of Music mit Hilfe stilisierter musikalischer Folklore erklärtermaßen versucht hat, »Charakteristika zu porträtieren, die deutlich amerikanisch sind«. Offenbar mit Erfolg, denn nach der triumphalen Premiere waren sich die Kritiker aller New Yorker Zeitungen einig: Sie hatten »eine Studie nationaler Musik« gehört. (New York Times) Heute dürfte allerdings niemand daran zweifeln, dass Dvoráks Meisterwerk fest in der böhmischen Musiktradition verwurzelt ist.

Wir zeigen die Live-Übertragung aus der Berliner Philharmonie in der Filmreihe „Music on Screen“, in Zusammenarbeit mit der Scala Kultur. Eintritt: 20 Euro/18 Euro ermäßigt, inklusive Begrüßungssekt.

Logo Scala KooperationLogo Music On Screen
Livemusik und Kino – das ist die Mischung, die das SCALA seit bald 30 Jahren prägt. Die neue Filmreihe Music on Screen verbindet diese beide Seiten des SCALA auf der Leinwand: außergewöhnliche Dokus, Konzertfilme und Liveübertragungen sind geplant. In Kooperation mit Scala Kultur.