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Programmkinos in Ludwigsburg und Fellbach

Montag, 26. Februar 2018

DOK-Premiere

Seit 2011 gibt es unsere Reihe DOK Premiere im Kino Caligari. Jeden Monat wird ein aktueller Dokumentarfilm gezeigt. Anschließend diskutieren die Macher mit dem Publikum. Die Bandbreite an Dokfilmen ist bewusst breit gehalten. Dies kommt gut an. Es geht um außergewöhnliche Filme und Themen, über die sich ein Gespräch lohnt. Zu Gast waren sowohl bekannte Filmemacher wie Michael Glawogger, Volker Koepp oder Samir, als auch junge Talente mit ihren Filmen. Manche Filme zeigen wir bereits vor ihrem Kinostart, andere sind sogar Team-Premieren einer Produktion.

Kuration und Moderation: Kay Hoffmann

In Zusammenarbeit mit dem Haus des Dokumentarfilms Stuttgart.

März 2018

Kevin Roche – Der stille Architekt

Foto aus dem FilmDer irisch-amerikanische Architekt Kevin Roche hat in seinem Feld alles erreicht: Er hat wegweisende Gebäude wie die Ford Fondation, den Ausbau des Metropolitan Museum of Art und das Oakland Museum of California entworfen, wurde bereits 1982 mit den Pritzker-Preis ausgezeichnet, der höchsten Ehrung für einen lebenden Architekten, und hat mit seinem humanistischen Stil die Art verändert, wie heute über Bauwerke gedacht wird. Dabei hat er scheinbar keinerlei Interesse am eigenen Ruhm und dem Label "Stararchitekt", mit dem ihm die Fachwelt seit Jahrzehnten feiert. Und trotz seines hohen Alters von 95 denkt er gar nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen.
Mark Noonans Dokumentarfilm portätiert Kevin Roche als einen bescheidenen und tief in sich ruhenden Architekten, der sein Leben lang den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hat. Neben Roche, der charmant und gewitzt über sein Leben und Werk erzählt, kommen Weggefährten, Kollegen, Klienten und Kusthistoriker zu Wort. Schwebende Aufnahmen seiner wichtigsten Bauwerke illustrieren Roches zentrales Credo, nach dem Architektur vor allem einem Ziel folgen sollte: Gemeinschaft für eine demokratische Gesellschaft zu schaffen.

Mi 21. März 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino Tickets reservieren

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseur Mark Noonan statt.

Kevin Roche: The Quiet Architect
Irland 2017, 82 Min. OmU
Regie: Mark Noonan
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinMark Noonan arbeitet als Autor und Regisseur im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm. Nach seinem Architekturstudium am University College in Dublin drehte er ab 2007 die Kurzfilme „Questions“ und „Getting Air“, die beide Festivalpreise erhielten.

2015 wurde er mit seinem Spielfilm „You're Ugly Too“ international bekannt. Mit Aidan Gillen (Game of Thrones, Sing Street) und der Newcomerin Lauren Kinsella in den Hauptrollen erzählt der Film von einem elfjährigen Mädchen, das nach dem Tod ihrer Mutter in die Obhut ihres Onkels kommt, der für diese Aufgabe vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Es ist ein wirklichkeitsnahes Alltagsdrama vom Rande der Gesellschaft mit sozialrealistischem Ansatz und dokumentarischem Stil. Unter dem Titel „Familienbande“ war der Film auch bei uns zu sehen.

Februar 2018

Playing God

Foto aus dem FilmDer 11. September, Agent Orange, die BP Ölkatastrophe – wann immer in den USA eine große Katastrophe Menschen verzweifeln lässt, wird er gerufen: Ken Feinberg, Amerikas berühmtester Entschädigungsspezialist. Er bestimmt, was Opfer oder Hinterbliebene an Geld bekommen, entscheidet über den monetären Wert von Menschenleben und wird dafür bewundert und gehasst. Der Film zeigt mehr als nur die Geschichte eines bisweilen allmächtig wirkenden, aber immer scharfsinnigen, charismatischen Akteurs: Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme, wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen?

Mi 14. Februar 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch mit Regisseurin Karin Jurschick statt.

BRD 2017, 90 Min. OmU
Regie: Karin Jurschick
Buch: Karin Jurschick, Birgit Schulz
Dokumentarfilm

Foto des Regisseurs/der RegisseurinKarin Jurschick, Jahrgang 1959, war Mitbegründerin des Internationalen Frauenfilmfestivals Feminale. Sie arbeitete als Kulturredakteurin und als Hörfunk- und Fernsehautorin für den WDR. Seit 2000 dreht sie lange, mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilme, darunter 2016 „Krieg & Spiele“, der sich mit der Entwicklung autonomer Systeme und Fragen nach der Künstlichen Intelligenz beschäftigt. Seit 2017 ist sie Professorin für Dokumentarfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.

Januar 2018

Wer war Hitler

Foto aus dem FilmSeit über 70 Jahren ist Adolf Hitler tot. Und doch ist er in TV-Dokumentationen ungebrochen präsent. Auch unzählige Bücher beschäftigen sich mit ihm als Sujet. Nun hat Hermann Pölking die historische Figur Adolf Hitler untersucht, analysiert und sein Leben für einen Kino-Dokumentarfilm aufgearbeitet. In insgesamt 14 Kapiteln erzählt Pölking chronologisch Hitlers Leben nach. Mehr als 120 Archive hat er dafür ausgewertet, mehr als 850 Stunden Film gesichtet. Zu Wort kommt Hitler selbst, verkörpert von Jürgen Tarrach als Sprecher, sowie über 125 Zeitzeugen, die Pölking durch Tagebucheinträge, Briefe, Schriften und Reden sprechen lässt. Der Kommentar erfolgt strikt auf der Tonebene, die Bildebene wird konsequent bestimmt von historischem Archivmaterial und Originalaufnahmen. Die umfassende Recherche, die dem Film vorausging, beeindruckt durch ihre sorgfältige Aufbereitung und Montage und ermöglicht dem Zuschauer nicht nur einen umfassenden Blick auf eine historische Figur, sondern auch auf die Zeit, in der Hitler lebte und durch sein Tun auch wirkte. Dies macht „Wer war Hitler“ neben einer umfassenden und viele Lücken schließenden Biografie auch zu einer faszinierenden Gesellschaftsstudie Deutschlands und Europas von 1895 bis 1945. (FBW)

Mi 17. Januar 2018 - 19.30 Uhr im Caligari-Kino

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Filmgespräch statt mit Regisseur Hermann Pölking und Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Historiker Universität Stuttgart und NS-Experte

BRD 2017, 196 Min.
Regie, Buch: Hermann Pölking
Dokumentarfilm
Sprecher: Jürgen Tarrach, Sabine Falkenberg, Gabriele Blum, Michael Pundt, Heidi Jürgens
FSK: 12

Foto des Regisseurs/der RegisseurinHermann Pölking, geboren 1954, lebt in Bremen und Berlin. Ab 1974 Studium der Publizistik in Berlin (West) und dort bis 1979 Tätigkeit im politischen Volkstheater. Ab 1979 Gesellschafter und Mitarbeiter bei „Elefanten Press“, später Lektor, Herausgeber und Autor von Büchern zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, zur Technikgeschichte und Alltagskultur. Pölkings Spezialgebiet ist seit dieser Zeit die Geschichte deutscher Länder.
Foto des Regisseurs/der Regisseurin1998 Beginn des Projekts „Zeitreise Deutschland“. Im Rahmen dieses Projekts wurden zahlreiche historische Filmquellen aus lokalen und regionalen Archiven, bei Unternehmen, Verbänden und Privatpersonen zusammengetragen und auf dieser Basis seither über 30 Filmchroniken zu historischen deutschen Ländern und Regionen produziert.
2005 Start des Projektes „Die Deutschen 1815 bis heute“, das in zwölf Filmfolgen und vier illustrierten Büchern die deutsche Geschichte vom Kaiserreich bis zur Gegenwart auf 2.500 Seiten, vor allem aber aus historischen Filmquellen und Fotografien in 18 Stunden erzählt.